Pressemitteilung:
Sankt Augustin, 30. Oktober 2007
Schulentwicklungsplan in Offener Fraktionssitzung beraten
Die Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes 2007 mit Ausblick bis 2015 hat die Projektgruppe BILDUNG und REGION übernommen. Das Ergebnis wurde von dem Projektleiter Hubertus Schober der Fraktion und ihren Gästen aus Schulleitungen, Eltern- und Schülerschaft vorgestellt. Zur Beantwortung der Fragen an den Schulträger haben Herr Harry Liedtke und Herr Heinrich Quiter teilgenommen und den Fachbereich Schule und Jugend der Stadt vertreten..Der demografische Faktor, weniger Kinder und mehr ältere Menschen, trifft auch in Sankt Augustin zu. Nach Einschätzung von Herrn Schober, Projektgruppe BILDUNG und REGION, steht die Stadt mit einem Schülerrückgang von ca. 20 % bis 2015 allerdings im Landesvergleich relativ gut da. Im Grundschulbereich wird der Rückgang der Schülerzahlen bei ca. 10% liegen, damit liegt keine Standortgefährdung vor. Aber um einen sicheren und sinnvollen Unterricht zu gewährleisten, sollten alle Schulen zweizügig sein. Die Rettung kleinerer Standorte könnte durch einen Schulverbund erreicht werden. Nur so könnten kleine
Grundschulen erhalten bleiben.
In NRW geht ab 2010 die Tendenz zur Abschaffung der Hauptschulen. Nachfolger wären Gemeinschaftsschulen. Dem könnte Sankt Augustin gerecht werden durch Zusammenlegung der Haupt- und Realschule im Schulzentrum Menden und Schulzentrum Niederpleis. Also keine dramatische Veränderung der Schullandschaft, meinte Herr Schober.
Dringend geprüft werden muss, warum jeder vierte Sankt Augustiner Schüler weiterführende Schulen in benachbarten Städten besucht, während der Anteil auswärtiger Schüler gering ist. Die Aussprache machte deutlich, dass das Verkehrskonzept für die Schulbusse nicht ausreicht, die Schüler aus allen Stadtteilen in angemessener Zeit zu Schulen in Sankt Augustin zu bringen. Ein weiterer Grund könnte sein, dass das Image unserer Schulen nicht den hervorragenden Leistungen der Schulen entspricht.. Wie von kompetenter Seite, AEG-Leiterin Anne-Marie Wähner, vorgetragen wurde, ist gerade das Angebot unserer Gymnasien in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule breit gefächert und von hoher Qualität, aber leider noch zu wenig bekannt. Das Albert-Einstein-Gymnasium (AEG) startet nun sogar mit einem bilingualen Zweig.
Zur Schulraumsituation: Mit sinkender Schülerzahl könnte es nach dem Raumprojekt des Landes zu einem Raumüberhang kommen. Ein Unwort! An unseren Schulen wird es keine ungenutzten Klassenzimmer oder Fachräume geben. Auch die Uber-Mittags-Betreuung der Schüler, wie von Ratsfrau Jutta Bergmann-Gries angesprochen, bis hin zur Einführung des Ganztagsunterrichts in weiterführenden Schulen erfordert Platz.
Fazit: Die rückläufigen Schülerzahlen dürfen keinesfalls dazu führen, den städtische Etat zu kürzen. Es sollte umgekehrt sein. Denn die Pisa-Studie belegt, dass unser Schulsystem im Vergleich mit anderen europäischen Ländern weit zurück liegt. Es darf nicht sein, dass Schüler aus unserem System herausfallen und ohne Abschluss bleiben. Marc Knülle, SPD Fraktionsvorsitzender: „Alle Kinder und Jugendlichen sollten die gleichen Chancen auf Bildung haben, um ihnen einen erfolgreichen Zugang auf dem Arbeitsmarkt unserer Wissensgesellschaft zu ermöglichen. Die SPD-Fraktion wird sich weiter dafür einsetzen, dass Bildung in der Wissensstadt-Plus Sankt Augustin die Priorität Nummer 1 wird. Das Schulangebot muss durch eine Imagekampagne in der öffentlichen Wahrnehmung verbessert werden. Die Hauptschule hat ihre Berechtigung innerhalb eines vielfältigen Schulangebotes. Für die weiteren Entwicklungen der Schullandschaft in Sankt Augustin muss der
Elternwille entscheidend sein."





