Pressemitteilung:
Sankt Augustin, 07. Mai 2007
Deutschland braucht Mindestlöhne
Auf einer Übersichttafel konnten drei Fragen durch Setzen von roten Punkten unter verschiedene Antwortmöglichkeiten veranschaulicht werden. Die Fragen lauteten:Soll es in Deutschland einen gesetzlichen Mindestlohn geben?
Finden Sie es richtig, dass jemand für unter 5.00 Euro die Stunde arbeiten muss?
Für wie viel Euro die Stunde würden Sie arbeiten?
Die ersten beiden Fragen konnten mit Ja oder Nein beantwortet werden. Zur dritten Frage gab es vier mögliche Antworten: 4 -6 Euro, 6 -8 Euro, 8 – 10 Euro oder über 10 Euro.
Das Ergebnis sprach eindeutig für Mindestlöhne in Deutschland.
Gerechte Löhne sind ein Ausdruck der Anerkennung guter Leistungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Lohndrückerei dagegen verletzt einen wichtigen Grundwert unserer sozialen und demokratischen Ordnung: die Würde des Menschen und seiner Arbeit.
Unsere europäischen Nachbarn haben mit der Einführung von Mindestlöhnen bereits gute Erfahrungen gemacht. 20 von 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben einen gesetzlichen Mindestlohn. Für die Einigung Europas ist die Akzeptanz Europas bei den Menschen eine wesentliche Voraussetzung. Dienstleistungsfreiheit und Arbeitnehmerfreizügigkeit erfordern einen fairen Wettbewerb, nicht den Wettlauf um die niedrigsten Löhne und die schlechtesten Arbeitsbedingungen.
Der Abstand zwischen Arm und Reich vergrößert sich. Viele Betriebe fordern nicht selten Lohnverzicht oder Mehrarbeit, um Arbeitsplätze zu sichern. Unternehmen, die ihre Entscheidungen in erster Linie am Börsenkurs und an den geringstmöglichen Arbeitskosten orientieren, entlassen Beschäftigte in großer Zahl.
Arbeit ist jedoch genug da. Entscheidend ist, wie wir neue Beschäftigungsperspektiven schaffen und den Wandel der Arbeitswelt sozial gestalten.





